LIVE BLOG: ATLANTIKÜBER-QUERUNG DER SEA CLOUD SPIRIT

Tag 13: Atlantik, an Bord der SEA CLOUD SPIRIT

Verwegene Gestalten, furchterregende Figuren – die SEA CLOUD SPIRIT ist in die Hände von Piraten gefallen. Na gut, wenn man es genau nimmt, enterten die Seeräuber das Schiff nicht von außen, sondern kamen aus dem Crew-Bereich und fanden schnell Unterstützer unter den Gästen. Mit ihrem Shanty-Chor hat die Besatzung dieses Mal wirklich alles gegeben. Nicht nur in der phantasievollen Kostümierung als Piraten, sondern auch musikalisch. Die ansteckende Fröhlichkeit der Crew blieb nicht ohne Folgen – bis spät in den Abend verwandelte sich der schicke Windjammer in ein lautes und lustiges Piratennest. Und auch dabei zeigte die SEA CLOUD SPIRIT, dass sie eine ganz andere Klasse hat als herkömmliche Kreuzfahrtschiffe. Auf denen werden solche Events für die Gäste inszeniert. An Bord des Großseglers dagegen feiern Gäste und Crew gemeinsam. Auf einem Windjammer unter vollen Segeln, mitten auf dem Atlantik, im Umkreis von Hunderten von Kilometern keine Menschenseele – kann es etwas Schöneres geben?


Tag 12: Atlantik, N 20° 29,1‘ W 049°43,0‘, an Bord der SEA CLOUD SPIRIT

Erst eins, dann zwei, dann drei und vier… Die Zahl der Gäste auf der Sea Cloud Spirit steigt – und das mehr als 700 Meilen vom Zielhafen entfernt. Mitten auf dem Atlantik ist ein knappes Dutzend Seereiher zugestiegen. Erst wurden einzelne Tiere gesichtet. Zum Leidwesen der Crew (die ja das Deck akribisch sauber hält) hatten es sich über Nacht zwei dieser etwa 60 Zentimeter hohen Vögel auf dem Sonnendeck gemütlich gemacht. Irgendwie scheint sich das herumgesprochen zu haben. Kurz vor Mittag kurvten neun weitere Vögel ein. Woher kommen sie? Wo wollen sie hin? Die Vögel pfeifen darauf, uns Antworten zu geben. Das Schauspiel ist Teil der vielfältigen Eindrücke und Anblicke um uns herum. Wir nähern uns der Karibik. Gelegentlich prasselt ein tropischer Regen auf uns herab. Nichts, was jemanden stören würde. Nach ein paar Minuten herrscht wieder eitel Sonnenschein mit Sonne und Temperaturen knapp unter 30°C. Was werden wir als nächstes sehen? Wale und Delphine stehen wohl bei jedem der Mitreisenden auf der Bucket-Liste. Erste Hinweise gab es schon – dunkle Rücken, aufspritzende weiße Fontänen in der Ferne. Oder waren es doch einfach nur Wellen, die uns in allen Blautönen der Welt schimmernd umgeben? Die nächsten Tage werden es zeigen. Die Hoffnungen steigen …


Tag 11: Atlantik, an Bord der SEA CLOUD SPIRIT

Sie sind immer freundlich, hilfsbereit, fröhlich – die Crewmitglieder der SEA CLOUD SPIRIT tragen täglich aufs Neue zu der wunderbar entspannten Atmosphäre auf dem Windjammer bei. Während der Atlantik-Überquerung übertreffen sie sich selbst. Der jüngste Überraschungs-Coup: Gestern Abend spielte die Crew-Band für die Gäste. Das Quintett aus philippinischen Besatzungsmitgliedern ist aus einer (guten) Laune heraus entstanden. Regelmäßig treffen sie sich auf dem Crew-Deck in der Messe zum Üben. Und nun feierte die bord-eigene Popgruppe ihre mit viel Applaus begrüßte Premiere. Dass sie mit dem Sinatra-Klassiker „My Way“ das Konzert begannen, könnte zum Motto der Reise avancieren. Auf der Sea Cloud Spirit den Atlantik zu überqueren, im Umkreis von vielen 100 Meilen allein auf dem Ozean zu sein, unter Segeln dem Ziel entgegen zu schweben – das ist „my way“ pur: Der individuelle, sehr persönliche Kurs auf Entschleunigung, die Expedition zur Entdeckung der Langsamkeit – das hat alles, was für einen Klassiker notwendig ist.


Tag 10: Atlantik, N 20° 28,0‘ W 042°34,0, an Bord der SEA CLOUD SPIRIT

Neptun war da. Gemeinsam mit seiner Gemahlin enterte der Meeresgott exakt zur Halbzeit der Atlantiküberquerung die SEA CLOUD SPIRIT. Jeder, der das Reich des Herrschers über Meereswellen, Funk- und Mikrowellen befährt, muss sich seiner Gewalt unterwerfen. Das Ritual sieht martialisch aus – ist aber insbesondere für die Crew so ziemlich das größte und lustigste Ereignis auf der Reise. Mit Schrubbern und Seife gereinigt, die Füße der Herrschersgattin geküsst, von Neptun persönlich mit Sake getauft, einmal unter einem großen Wasserschlauch getaucht, mit Eiern schamponiert und dann endlich ins Volk der Atlantikbewohner aufgenommen – strahlende Kinderaugen zu Weihnachten sind nichts im Vergleich zu der Begeisterung insbesondere der Besatzungsmitglieder. Nur Kapitän Heiner Eilers kam – im Gegensatz zu seinen Offizieren – einigermaßen glimpflich davon. Gegen das Versprechen von Freibier für die Crew bekam er am Ende der Zeremonie sogar seinen Schiffsschlüssel zurück…


Tag 9: Atlantik, N 19°49,3‘ W 039°25,3, an Bord der SEA CLOUD SPIRIT

Bergfest auf dem Atlantik. Die SEA CLOUD SPIRIT hat die Hälfte der Strecke von Las Palmas nach Philippsburg geschafft. 1300 Seemeilen unter Segeln liegen hinter uns, 1300 Seemeilen vor uns. Aus den Lautsprechern auf dem Lido-Deck erklingt Bob Marley. „Cause every little thing gonna be alright.“ Kapitän Heiner Eilers hat gerade mit spürbarem – und berechtigtem – Stolz Zwischenbilanz gezogen. Seitdem er am vergangenen Montag „Vollzeug“ setzen ließ, hat er nur in zwei Nächten die Motoren zur Unterstützung mitlaufen lassen. Ansonsten treibt uns allein der Wind. Zwar sind wir um etwa 60 Meilen vom Kurs abgewichen; aber der Kapitän und begeisterte Segler hat auf der Wetterkarte ein langgestrecktes Windfeld entdeckt, in dem der Nordostpassat mit 6 bis 7 Beaufort weht und uns auf eine gleichmäßige Geschwindigkeit von etwa 9,5 Knoten gebracht hat. Segeln pur. Am Himmel bilden sich die typischen Passatwolken. Ihre westliche Seite ist vom Wind ausgeweht und weist uns den Weg Richtung Karibik. Wir kreuzen vor dem Wind, das gibt es nur auf Rahseglern. Käme der Luftstrom direkt von achtern, würden die Segel des Kreuzmastes (am Heck) den Segeln des Großmastes in der Schiffsmitte sowie des Fockmastes am Vorschiff buchstäblich den Wind aus den Segeln nehmen. Deshalb werden die Rahen leicht schräg gestellt – „brassen“ heißt das, wenn die Rah-Nock (die äußere Spitze) auf einer Seite weiter nach vorne zeigt als die auf der andren Seite. Um nicht zu weit zur Seite vom Kurs abzudriften, müssen die Rahen alle paar Stunden „geshiftet“, also zur anderen Seite gedreht werden. Heute morgen drehte ein Vogel seine Runden um die Masten, so als ob er die Segelstellung kontrollieren wollte. Vermutlich handelte es sich um einen Gelbschnabelsturmtaucher, eine nur auf dem Atlantik heimische Art. Für heute Nachmittag hat sich weiterer Besuch angekündigt: Neptun und seine drei Meerjungfrauen werden die Atlantik-Neulinge taufen und in den Kreis der „Blauwasser-Segler“ aufnehmen. Bis dahin begleiten Bob Marley und seine Musik weiter die Gäste.


Tag 8: Atlantik, N 23°27,2‘ W 033°005,5‘, etwa 580 km südlich der Kapverden

Die SEA CLOUD SPIRIT zieht mit 9,1 kn (ca. 16,8 km/h) westwärts. Noch sind es 1.682 nautische Meilen (nm) – ca. 3115 km – bis zum Ziel. Dennoch ist schon zu spüren, dass die Karibik näher kommt. Die Wassertemperatur beträgt 25,3°C, die Lufttemperatur liegt bei 26°C. Erstmals haben fliegende Fische das Schiff umkreist. Sie sind etwas größer als Schwalben. Völlig überraschend steigt ein Schwarm aus den Fluten auf, fliegt etwa fünf Meter knapp über den Wellen und stürzt sich dann wieder ins Wasser. Die Fische sind schnell, keine Chance, sie aufs Bild zu bekommen. An Bord geht das Leben derweil seinen inzwischen routinemäßigen Gang. Mit Geduld und der für ihn typischen guten Laune gibt Bootsmann Martin Pacatang, der Chef der Decksbesatzung, einen Knotenkurs für die Gäste. Einen Palstek, also eine feste Rundschlinge, mit einer Hand zu knoten? Für Martin ist das kein Problem. Für den Laien sieht es aus wie Zauberei. Doch Martin erklärt den Gästen an Bord, dass es schlicht eine Frage des Wissens und der Geschicklichkeit ist. Der Philippino gehört aber nicht nur deshalb zu den Lieblingen der Gäste: Seine ruhige Art, seine stete Aufmerksamkeit und die Art, wie er die Deckshands führt – das schafft Vertrauen insbesondere mit Blick auf die Sicherheit an Bord. Und dazu sorgt Martin mit seinem stets freundlichen Lächeln für gute Stimmung auf dem Atlantik. Sowohl bei den Gästen als auch bei der Crew. 


Tag 7: Atlantik, an Bord der SEA CLOUD SPIRIT

Ist das nicht langweilig, den ganzen Tag auf dem Schiff zu sitzen und 14 Tage kein Land zu sehen? Das ist so ziemlich die häufigste Frage, die die Reisenden zuhause vor dem Start der Atlantiküberquerung von Freunden und Verwandten gestellt bekamen. Die Antwort ist ein eindeutiges NEIN. Rund um die Uhr gibt es immer irgendetwas zu tun oder zu sehen. Einige Mitreisende haben bereits Fliegende Fische gesichtet. Andere sind am sechsten Tag auf See bereits beim zweiten oder dritten Buch angelangt. Und wer dann wirklich einmal etwas anderes als zu entspannen unternehmen möchte – macht Sport. Das Fitnesscenter auf dem Sonnendeck ist bereits früh morgens belegt; Läufer und Walker bevölkern kurz nach Sonnenaufgang die Promenade, die auf dem Lidodeck einmal ums Schiff führt. Zwei Mal 138 Meter ist die Bahn lang – und sie mehrfach am Tag zu bewältigen, ist eine ausgezeichnete Idee. Wie hatte Kapitän Heiner Eilers seine Gäste noch am ersten Tag der Reise gewarnt? „Küchenchef Marjan Dressler ist der gefährlichste Mann an Bord.“ Vom Frühstück über das Mittagessen zum Dinner und dann noch zum Late-Night-Snack an der Bar unternimmt er mit seinem Team einen Anschlag nach dem nächsten auf die gute Figur der Reisenden. Aber Hand aufs Herz: Wer könnte widerstehen, wenn die Köche Pavle und Ramonn auf dem Sonnendeck frisch gebratene Ente und köstlich gegrillten Seeteufel sowie vielfältige Salatvariationen, Suppen und grandiose Nachspeisen anbieten? Da hilft dann am Ende nur noch Sport, Sport, Sport. Es sei denn, man ist weise wie der Kapitän. Wie er sich denn auf die Atlantikreise vorbereitet habe, wollte eine Passagierin wissen. Die Antwort von Heiner Eilers: „Ich habe Diät gemacht.“


Tag 6: Atlantik, N 23°06,2‘ W 030°04,6‘, an Bord der SEA CLOUD SPIRIT

Die SEA CLOUD SPIRIT schiebt sich mit durchschnittlich 6 kn – etwas mehr als 11 km/h – auf Westkurs über den Atlantik. Das Geräusch der am Rumpf vorbei rauschenden Wellen lässt eine deutlich höhere Geschwindigkeit als das gemütliche Fahrradtempo vermuten, mit dem wir hier in Richtung Karibik rollen. Rollen ist im übertragenen Sinne die richtige Bezeichnung – rollen bedeutet auf See, dass sich ein Schiff in der Dünung gemächlich etwas zu den Seiten neigt und wieder aufrichtet. Wie in einer Wiege sanft geschaukelt zu werden, bestimmt auf der SEA CLOUD SPIRIT den herrlichen Lebensrhythmus – vom wunderschönen Sonnenaufgang unter Segeln bis zum malerischen Sundowner genießen die Passagiere offenkundig jede Minute. Dass das Leben an Bord so entspannt und erholsam ist, ist aber auch den vielen Menschen zu verdanken, die sich im Hintergrund um das Wohl der Gäste kümmern. Ronald und die übrigen Mitglieder des siebenköpfigen Teams aus den Philippinen halten die Kabinen bereits seit März mehrmals am Tag in Schuss; erst Ende Januar wird die von Reynaldo Hamili geleitete Gruppe in ihre Heimat zurückkehren. Doch für alle steht fest: „Wir kommen wieder.“  


Tag 5: Atlantik, an Bord der SEA CLOUD SPIRIT

Die Bordroutine setzt ein. So heißt es auf Segelschiffen, wenn das Leben einen festen Rhythmus bekommt und die Dinge ihren gewohnten Gang gehen. Zum Sonnenaufgang an Deck sein, ein paar Runden ums Schiff gehen, Frühsport, Frühstück, und dann aufs Sonnendeck. Bordroutine hat nichts mit Langeweile zu tun. Der Lebensrhythmus wird von der Atlantik-Dünung bestimmt. 21,22,23 – drei Sekunden hebt die Welle das Schiff langsam hoch, 24,25,26, genauso langsam sinkt es wieder ins Wellental. Der Takt scheint der menschlichen Natur zu entsprechen; Entspannung breitet sich auf dem Schiff aus. Lesen, aufs Wasser schauen, den blauen Himmel genießen, die mittlerweile sommerliche Wärme tags und nachts spüren. Erholung pur. Wer will, bekommt Programm geboten. Gerade hat Küchenchef Marjan Dressler eine kleine Gruppe von Gästen durch sein Reich geführt. Es duftet verführerisch. Mittags wird es ein Barbecue-Buffet geben; abends wird es Gänsebraten geben; die Vögel schmoren gerade bei Niedrigtemperatur im Konvektor. Die Küchen-Crew an Bord ist eine kleine Truppe, die offenbar zaubern kann. „Das Besondere für den Küchenchef und der Unterschied zu großen Kreuzfahrtschiffen ist es, dass ich hier freie Hand habe“, sagt Marjan Dressler. Nicht das Konzept der fernen Reederei-Zentrale entscheidet über die Menükarte: „Hier zählen nur der Geschmack und die Reaktion der Gäste“, betont Marjan Dressler. Das passt zum meistgehörten Wort an Bord. Es ist der von der Crew immer wieder mit freundlichem Lächeln gegenüber den Gästen geäußerte Wunsch: „Enjoy – genieße es.“


Tag 4: Atlantik, N 22° 53,1’ W 024°1’47, an Bord der SEA CLOUD SPIRIT

Was für ein beeindruckender Sonnenaufgang. Frühaufsteher werden auf der Sea Cloud Spirit jeden Morgen mit einen neuen, jedes Mal anderen Schauspiel am Himmel belohnt. Wenn man auf die Besatzung dieses einmaligen Schiffes schaut, bekommt das strahlende Geschehen am Himmel durchaus die symbolhafte Bedeutung des Hoffnungsschimmers. 81 Menschen arbeiten derzeit in der Crew. Sie kommen aus 16 Nationen – und verstehen sich untereinander prächtig. Egal, wen man von den Besatzungsmitgliedern nach den Gründen für dieses tolle Miteinander fragt – es gibt immer dieselbe Antwort: „Wir sind eine Familie.“ In der Familie steht man für alle im Kreis und seine Gäste selbstverständlich ein. Dazu zählt, dass Sicherheit an Bord einen extrem hohen Stellenwert hat. Auch wenn die Crew zum Teil schon seit vielen Monaten dabei ist, gibt es auf jeder Reise eine neue große Sicherheitsübung, den so genannten „Crew-Drill“. So ernst alle dieses Programm nehmen, etwas Spaß muss sein: „Sind sie nicht süß, unsere Teletubbies?“ war aus dem Kreis der Besatzung zu hören, als drei Deckshands die Überlebensanzüge überstreiften. Es sieht wirklich lustig aus, wenn jemand damit über das Deck hüpft und Kniebeugen übt. Aber das gehört eben dazu auf einem Schiff, dessen oberstes Motto ist: „Safety first.“ 


Tag 3: Atlantik, N 24° 20,0‘ W 020°03,6‘, an Bord der SEA CLOUD SPIRIT

Es ist so weit. Alle Segel sind gesetzt. Der Kurs liegt an. 2.600 Meilen sind vor uns. Um 10 Uhr UTC (11 Uhr mitteleuropäischer Zeit), hat Kapitän Heiner Eilers alles Tuch aufziehen lassen, das die SEA CLOUD SPIRIT zu bieten hat. Nach rund 350 Meilen, die das Schiff mangels Wind unter Motor zurücklegen musste, hat jetzt der Nordostpassat eingesetzt. Konstant bläst er mit 4 bis 5 Beaufort aus Nordnordost. So, wie er einst Kolumbus in die Neue Welt getragen hat, treibt er uns jetzt in Richtung Philipsburg/St. Maarten. Unsere Kursrichtung ist grob 261°, 14 Tage werden wir nun „stur“ geradeaus fahren. Der Moment, als der Kapitän die Maschinen stoppen ließ, hatte etwas Magisches. Allein auf dem weiten Ozean. Sanft gewiegt von der langen und komfortablen Atlantik-Dünung. Seitdem sich die Segel im warmen Passatwind wölben, glänzen die Augen der Gäste. Und die der Crew-Mitglieder. Das ist der Moment, den sich alle gewünscht haben. Die Crossing, die Trax, die Atlantiküberquerung – oder wie immer man diese außergewöhnliche Reise nennen möchte – hat begonnen. Wann kommen wir in Philipsburg an? Spielt keine Rolle. Wann sind wir losgefahren? Schon vergessen. Was hast du gestern gemacht? Unerheblich. Was machst du heute? Dasselbe wie morgen und übermorgen und überübermorgen: Genießen!


Tag 2: Atlantik, N 026°32‘ W 16°57‘, an Bord der SEA CLOUD SPIRIT

Bye, bye Las Palmas. Gegen zwei Uhr morgens hat die SEA CLOUD SPIRIT Kurs auf den Atlantik genommen. Elegant hat Kapitän Heiner Eilers sein Schiff rückwärts von der Pier gelöst und nach einem großen Bogen aus dem Hafen gesteuert. Kurz zuvor waren die letzten beiden Gäste an nach einer Flugverspätung an Bord gekommen, trotz der späten oder frühen Stunde wurden sie dem Anlass entsprechend von Barkeeper Fabian mit Champagner begrüßt – Chapeau, das ist Einsatz. Wer dann am Morgen zum Sonnenaufgang und Early-Bird-Frühstück kurz nach sieben schon wieder an Deck war, wurde mit einem beeindruckend schönen Sonnenaufgang belohnt. Endlose Weiten, aus denen ein glühender Ballon aufsteigt – warum gibt es so schöne Momente eigentlich nur auf See? Ein Tag, der so beginnt, kann nur gut werden. Noch sind wir auf Kurs Süd. So dicht wie möglich an den Nordostpassat heranzukommen, ist sein Ziel, erläuterte der Kapitän vormittags. Eigentlich sei es sinnvoll, noch ein Stück unter Motor zu fahren. Doch mittags kam die Überraschung: Wir setzen Segel! Ein tolles Manöver der Besatzung, die trotz der anstrengenden Arbeit noch Zeit für ein freundliches Lächeln und ein Foto hat. Vielleicht müssen die Segel über Nacht noch einmal eingeholt werden. Aber dann wird es heißen: Unter Segeln auf in die Karibik. Der Kurs liegt an.


Tag 1: Las Palmas/Gran Canaria, an Bord SEA CLOUD SPIRIT

Ein Glas Champagner zur Begrüßung, kredenzt von Barkeeper Hauke. Die obligatorische Seenotübung, perfekt erklärt und begleitet von Kreuzfahrtdirektorin Sabine und Chief-Mate (1. Offizier) Daniel. Und dann das unvergleichliche Gefühl, unter dem hohen Rigg der SEA CLOUD SPIRIT zu stehen, das hell angestrahlt den dunklen Himmel über Las Palmas zu berühren scheint. Schon die ersten Stunden auf dem neuen Dreimast-Vollschiff von Sea Cloud Cruises sind wie ein Feuerwerk an Eindrücken. Für diejenigen, die schon einmal oder gar mehrfach auf diesem Großsegler gefahren sind, ist es wie nach Hause zu kommen. Das vertraute Schiff, ein erster geruhsamer Moment auf dem Lido-Deck nach dem Hinflug in der vollbesetzten Maschine, vor allem das herzliche Willkommen der Crew, die sich wie selbstverständlich an frühere Gäste erinnern. Das färbt auch auf diejenigen ab, die das erste Mal als Passagiere an Bord sind. Offen, freundlich, warm ist die Atmosphäre. Aber das ist erst der Auftakt. 16 Tage einer einzigartigen Reise liegen vor uns. 16 Tage auf dem Atlantik, unter Segeln auf den Spuren von Columbus. Kann es etwas Schöneres geben? Die nächsten Tage werden es zeigen. Aber der Auftakt lässt schon ahnen, wie die ganze Geschichte sein wird…

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